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Geschichtliches zu Edinburgh

Die Ursprünge der Stadt Edinburgh sind nicht ganz klar, es gibt zumindest einige unterschiedliche Ansichten dazu. Man kann aber wohl davon ausgehen, dass die Gegend um Edinburgh schon in der Bronzezeit besiedelt war. Zumindest fand man Überreste früher primitiver Siedlungen etwa auf dem Arthur's Seat, dem Craiglockhart Hill und in den Pentland Hills. Die Historiker Stow und Wyntoun behaupteten, dass Edinburgh seit 689 v. Chr. besteht. Damals soll König Ebrauke eine Burg erbaut haben, die echten Belege dafür gibt es jedoch nicht. Eine weitere unbestätigte Vermutung besagt, dass es um 854 v. Chr. in der Gegend eine Kirche namens Edwinesburch gegeben haben soll, welche dem Bischof von Lindisfarne unterstand und möglicherweise eine Art Vorgänger der heutigen St. Giles Cathedral war.

Als die Römer die Region gegen Ende des 100 Jhd. v. Chr. erreichten, gab es hier wohl eine Art Siedlung. Sie trafen damals auf den Stamm der Votadini, genauer müsste es sich um die Goddodin gehandelt haben, Nachfahren der Votadini. Die Goddodin haben an der Stelle ein Fort namens Din Eidyn oder Etin gebaut haben. Dies würde sich mit ersten urkundlichen Beschreibungen von 160 n. Chr. decken, wonach die Goddodin in einer Stadt namens Dunedin gelebt haben. Dunedin ist die gälische Bezeichnung für das englische Edinburgh. Dies würde auch eine unbestätigte Vermutung widerlegen, dass König Edwin aus Northumbria namensgebend für die Stadt war.

In der Folge soll sich Etin/Dunedin zu einem zentralen Punkt in Lothian entwickelt haben. Zunächst war es ein wichtiger Außenposten im Norden des damaligen Königreichs Northumbria. Schon damals soll der Ort den Zusatz burh erhalten haben und hieß demnach wohl Etinburh. Im späten 9. Jhd. wurde die Gegend von Wikingern eingenommen, der Nordzipfel des historischen Northumbria wurde vom Rest von England abgespalten. Im Verlauf des 10. Jahrhunderts kam die Gegend unter Herrschaft Schottlands, zumindest wurde überliefert, dass Edinburgh an König Indulf von Schottland (954 bis 962 n. Chr.) übergeben wurde und im Jahr 973 der englische König Edgar Lothian an den schottischen König Kenneth II. übergab.

Malcolm II. sicherte Lothian durch den Sieg bei der Battle Of Carham, 1018. Edinburgh selbst spielte zu der Zeit für die Herrschenden keine besonders wichtige Rolle, Dunfermline nördlich des Forth war der Sitz der Herrscher. Malcolm II. begann aber, mehr und mehr Zeit in der Gegend um Edinburgh zu verbringen. Er soll für seine Gattin Margaret eine Kapelle, die St. Margaret's Chapel im Edinburgh Castle gebaut haben. Die Kapelle, auch wenn sie in der Form wahrscheinlich eher von Margaret's jüngstem Sohn David I. erbaut wurde, wird heute als ältestes Gebäude Edinburghs betrachtet.

Unter David I. begann Edinburgh noch wichtiger zu werden. David ließ die Holyrood Abtei erbauen, um 1130 erhob David I. Edinburgh zu einer der ersten Royal Burghs in Schottland. Zu der Zeit hat es das Castle auf dem Castle Rock gegeben, die Straße zur Holyrood Abtei entspricht der heutigen Royal Mile. Die Mönche der Abtei durften eine Stadt gründen, welche über die Straße Canon Gate mit Edinburgh verbunden war. Die Stadt der Mönche war lange Zeit eine unabhängige Stadt namens Burgh Of Canongate. Marktleuten gestand man Landstreifen (Tofts) entlang der Marktstraße zu, sie musste aber innerhalb eines Jahres und eines Tages auf diesem Landstreifen ein Haus mit den typischen geschlossenen Höfen (closes) bauen.

Die Stadt ab dem 14. Jahrhundert

Während der Unabhängigkeitskriege war Edinburgh von den Engländern besetzt, bis sie der Earl Of Moray (ein Neffe von Robert The Bruce) um 1314 zurückeroberte. Robert The Bruce sollte, nach seiner Gefangenschaft auf der Insel Rathlin, an die Macht kommen. Er machte zunächst etwas unfassbares: Bruce ließ Edinburgh Castle niederreißen. Seiner Ansicht nach konnten die Engländer die Burg praktisch ohne Widerstand einnehmen und daher taugte sie für ihn nicht. Möglicherweise als kleines Trostpflaster ließ er Edinburgh 1329 die Royal Charta verleihen.

Um 1330 wurde die Position Edinburghs innerhalb Schottlands gestärkt. Damals war Berwick Haupthandelshafen. Nach dessen Besetzung der englische Truppen mussten die Waren über Leith durch Edinburgh gebracht werden. Damit wurde Edinburgh zum größten Handelszentrum im Land.

Unter der Herrschaft der Engländer wurde die Burg wieder aufgebaut und unter Edward III. verstärkt.

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts fiel die Macht zurück nach Schottland auf Robert II. Er erlaubte den Bürgern der Stadt, innerhalb der Burgmauern Häuser zu errichten und ohne Zoll ein und auszugehen. Mitte des 14. Jahrhunderts, unter Herrschaft David II., wurde Edinburgh mit ca. 400 Häusern als die wichtigste Stadt Schottlands bezeichnet. Für die Herrschenden wurde Edinburgh immer bedeutender. Dennoch spielte das Castle interessanterweise keine besonders wichtige Rolle für den Adel, es diente mehr als Wehrlager denn als Wohnraum. James II. (1437-1460) wurde in der Abtei von Holyrood geboren, gekrönt und begraben. Die Edlen lebten eher dort bzw. in Palästen wie Linlithgow oder Falkland. Unter James III. wurde Edinburgh zur Hauptstadt des Landes.

Die Altstadt bestand damals in etwa in den heute bekannten Grenzen, anfangs des 16. Jahrhunderts begann man die Verteidigungsmauern weiter zu stärken (Bau der Flodden Walls um 1513). Um 1544 brach der Großhandel ein, die Stadt konnte sich aber schnell erholen, da die Markthändler und Handwerker für die Herrschenden und die Edlen des Landes arbeiten konnten. Damals gab es eine gut florierende Handwerkszunft mit Schuhmachern, Hutmachern, Webern, Schmieden, Küfern, Abdeckern und Fleischern, Maurern, Schneidern, Bäckern und dergleichen mehr. Viele der Handwerker verließen jedoch die Stadt im 16. und 17. Jahrhundert, weil die Besteuerung innerhalb der Stadtgrenzen augenscheinlich extrem hoch war. Dennoch blieb Edinburgh lange die mit Abstand größte Stadt Schottlands, um 1560 lebten ca. 12.000 Menschen im Zentrum und ca. 4.000 in direkter Nachbarschaft wie Canongate und Leith. Canongate war damals noch eine eigenständige Stadt. St. Giles war so etwas wie das religiöse Zentrum der Gegend. Um 1633 wurde St. Giles zur Kathedrale erhoben.

Reformation, Maria Stuart und Edinburgh

Edinburgh war eines der Zentren der Reformation, vor allem begründet durch die Person John Knox und sein Wirken. Die Geschichte der Reformation ist auch ein Stück weit mit der Geschichte der Maria Stuart (Mary, Queen Of Scots) verbunden. Sie war Katholikin und kehrte um 1561 nach Schottland zurück. Als Katholikin war sie eine Reizfigur für die Protestanten und John Knox. Auch ihr Halbbruder James Stewart war als Führer der Protestanten auf der anderen Seite. Dennoch war Stuart, wohl oder übel, eng mit Edinburgh verbunden, auch wenn ihre Zeit dort nicht sehr schön gewesen sein kann. Sie brachte im Edinburgh Castle (in einem lächerlich winzigen Zimmerchen) ihren Sohn zur Welt, in Holyrood wurde ihr Vertrauter David Rizzio umgebracht, ihr zweiter Mann Darnley wurde im Pfarrhaus der Kirk o' Field ermordet. Maria Stuart verließ Edinburgh und verlor später alles, sie kam schließlich als Gefangene nach Edinburgh zurück und die Bürger empfingen sie mit Hasstiraden. Ihr Halbbruder zwang sie schließlich 1567 zur Abdankung.

17. Jahrhundert: Union of the Crowns und parlamentarische Union

Ungeachtet des unrühmlichen Abgangs seiner Mutter Maria Stuart war ihrem Sohn, nach Anfangsschwierigkeiten, mehr Glück zuteil. Um 1603 wurde James VI, Sohn von Maria Stuart, zum König von Großbritannien. Ihm gelang die Zusammenführung der englischen und schottischen Monarchien, bekannt als die Union Of The Crowns. Dennoch blieb Schottland an sich ein unabhängiges Reich mit einem eigenen Parlament in Edinburgh. James VI. zog bald nach London, von wo aus er auch regierte. Schottland spielte für ihn keine besonders große Rolle mehr, angeblich kam er zeitlebens nur noch einmal zurück.

Charles I., Sohn von John VI., versuchte unter seiner Herrschaft eine einheitliche Religion in Großbritannien durchzusetzen. Im Prinzip ging es ihm darum, den anglikanischen Glauben gegen den in Schottland vorherrschenden Presbyterianismus durchzusetzen. Er rechnete nicht mit dem Widerstand der Schotten. Die verfassten 1638 das National Covenant, indem sich alle Unterzeichner verpflichteten, den schottischen Glauben gegen Einflüsse von außen zu verteidigen. Die Folge waren von 1639 bis 1640 die Bishops' Wars. Am Ende siegte die schottische Kirche, sie blieb unabhängig.

Im Land ließen die politische Spannungen nicht nach. Charles I. versuchte mehrfach, Schotten und Engländer gegeneinander auszuspielen und der mächtige Cromwell erkannte früh, dass Charles I. kein verlässlicher Partner war. Auch die Schotten verloren ihr Zutrauen, nachdem sich Charles I. weigerte, den Presbyterianismus als Religion auch in England zu etablieren. Sie übergaben ihn an die Engländer, welche ihn 1649 hinrichteten. Charles Sohn wurde nominell als neuer Monarch Charles II. Gesehen, er wurde jedoch zunächst nicht zum Monarchen. Die Engländer riefen zu der Zeit eine Republik unter Führung von Oliver Cromwell aus. Die Schotten blieben, trotz der Enttäuschung über Charles I. mit dem Herzen bei der Stuart-Linie und unterstützen die Einsetzung von Charles Stuart (Charles II.). 1651 wurde Charles II. in Scone zum König gemacht, eine Affront gegen Cromwell. Der ließ das nicht ungesühnt und schlug Charles II. bei der Schlacht von Worcester. Charles II. musste das Land verlassen und lebte zunächst im Exil. Cromwell starb 1658, sein Sohn Richard regierte nur kurze Zeit. 1660 wurde die Monarchie wieder hergestellt und Charles II. wurde zum letzten absoluten Monarchen in Großbritannien.

In Edinburgh wurde es, im Schatten dieser Streitigkeiten, eng. Die Grundfläche der Stadt betrug nur knapp 1,4km². Zunächst sah man keine andere Möglichkeit, als in die Höhe zu bauen. So entstanden Häuser mit durchschnittlich 11 Stockwerken, angeblich solle es Häuser mit bis zu 15 Geschossen gegeben haben. Somit soll Edinburgh auch eine Art Vorbildfunktion für moderne Städte mit ihren Hochhäusern gehabt haben.

Das 18. Jahrhundert: Acts Of Union, Gestaltung der New Town und Verwahrlosung der Old Town

Für das Land und Edinburgh waren die Acts Of Union 1706/1707 wichtig, sie machten aus England und Schottland das Kingdom Of Great Britain. Für Edinburgh hatte die politische Allianz Folgen, weil das Parlament komplett nach London verlegt wurde und die Stadt politisch keine Rolle mehr bekleidete.

Ökonomisch sollte sich der Acts Of Union zunächst nicht nachteilig auswirken. Das Bankenwesen in Edinburgh wuchs und machte aus Edinburgh einen wichtigen Finanzplatz. Im krassen Gegensatz dazu sah es in der mittlerweile überbevölkerten Stadt chaotisch aus. Edinburgh muss zu der Zeit einer Kloake geglichen haben. In der Old Town lebten die Menschen in den mehrgeschossigen Häusern, der Abfall und Abwasser wurden aus den Fenstern auf die Straße gekippt. Interessanterweise soll das soziale Gefüge jedoch intakt gewesen sein, arm und reich Tür an Tür in den Häusern.

Die Situation in der Altstadt war schließlich so schlecht, dass man gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann, über die Ausbreitung der Stadt in südlicher und nördlicher Richtung zu diskutieren. Die New Town entstand, eine Plansiedlung mit vergleichsweise hochwertigen Häusern/Wohnungen vor allem für vermögende Bürger bzw. die gut situierte Mittelschicht der Stadt. Die Stadtoberen nutzten bei der Planung die Gelegenheit, dem Königshaus mit der Vergabe eindeutiger Straßennamen zu schmeicheln (Hanover Street, George Street, Queen Street, Frederick Street, Princes Street).

Mit Fertigstellung der Häuser änderte sich das soziale Gefüge in der Stadt aber auch gewaltig. Zuvor lebten arm und reich zusammen in der Old Town. Jetzt zog es die vermögende Mittelschicht aus der Old Town u. a. in die New Town. Armut und Elend in der Old Town sollten zunehmen und das früher vorbildliche Zusammengehörigkeitsgefühl aller Schichten bröckelte schnell auseinander.

Schottland in der Zeit der Aufklärung

Auch wenn sich die große Politik mittlerweile nur in London abspielte, so besaß Edinburgh eines immer noch: eine beachtliche intellektuelle Schicht. Man brauchte außerdem Akademiker: im Bankenwesen, im Bauwesen, in der Gerichtsbarkeit und der Medizin. Der Bedarf an Akademikern machte Edinburgh als Wissenschaftszentrum mit Universität noch gewichtiger. In der Zeit der Aufklärung war Edinburgh berühmt als Heimat wichtiger intellektueller Denker (etwa David Hume, Adam Smith, Adam Ferguson und John Playfair). Es entstanden wichtige Debattierclubs wie die Select Society, der Poker Club und die Royal Society Of Edinburgh.

Edinburgh wurde bald als das Athen des Nordens gepriesen, sowohl wegen der klassischen Architektur und der Gestaltung der New Town als auch wegen der geballten intellektuellen Kraft.

19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert war die Zeit der Industrialisierung. Im Gegensatz zu anderen großen Städten in Großbritannien war Edinburgh davon nicht sehr stark betroffen. Vor allem Gewerbe wie Druckereien, Brauereien oder Destillerien konnten weiter wachsen, dazu kamen neue Bereiche wie Maschinenbau oder Pharmazie. Der große Nachbar Glasgow lief Edinburgh in der Zeit den Rang ab und 1821 war es soweit: Glasgow war größer als Edinburgh.

Für Edinburgh war das dennoch nicht die schlechteste Sache. Man machte sich nicht, wie andere Städte, von der Industrie abhängig und musste auch nicht in dem starken Maß mit den negativen Folgen der Industrialisierung leben. Die Stadt blieb primär ein finanzielles, kulturelles und intellektuelles und in gewissem Ausmaß auch politisches Zentrum Schottlands. Princes und George Street entwickelten sich zu beliebten Shoppingzeilen.

Alleine für die Old Town stand es nach wie vor nicht gut. Die Gegend verslummte, die Sterberaten waren hoch. Zum Glück nahm man einen Bericht von Dr. Littlejohn zur Kenntnis und die Old Town wurde auf Betreiben von Lord Provost William Chambers durch den City Improvement Act von 1867 herausgeputzt. Allerdings war man anscheinend zu sehr auf eine Verlagerungspolitik aus. Da es in der ganzen Stadt zu wenig Wohnraum gab, den sich die Armen der Old Town leisten konnten, bildeten sich schnell neue Armenviertel am Rand der City und die Erkenntnis, dass man in der Stadt eine Art sozialen Wohnungsbau vorantreiben musste.

20./21. Jahrhundert

Zwei prägende Ereignisse für die europäische Welt waren die beiden Weltkriege. Während Edinburgh im ersten Weltkrieg Ziel deutscher Zeppeline wurde (sie bombardierten die Stadt in der Nacht vom 02. auf den 03. April 1916), hielten sich die Angriffe im Verlauf des II. Weltkrieg zum Glück in Grenzen. Wenn die Stadt oder der Hafen in Leith bombardiert wurden, dann handelt es sich nach Ansicht von Fachleuten in der Regel um Irrgänger oder Notabwürfe zurückkehrender Flieger. Für die Stadt war das so oder so gut. Es gab praktisch keine Opfer und die Bausubstanz kam praktisch ohne große Schäden davon.

In der Old Town versuchte man nach den Weltkriegen unter Patrick Geddes weitere kosmetische Eingriffe zu realisieren. Die Weltkriege und ihre wirtschaftlichen Folgen machten Investitionen praktisch unmöglich und die Old Town sah sich in den 1960ern und 1970ern wieder mit den alten Problemen konfrontiert. Es hatte sich eine slumartige Wohngegend gebildet, die meisten Einwohner lebten in erbärmlichen Verhältnissen. Erstaunlich, zumal sich die Einwohnerzahl in der Altstadt über die Jahrzehnte doch enorm reduzierte. Im Cowgate standen um 1920 noch 292 Häuser, 1980 waren nur noch acht vorhanden. Die einstige Arbeitersiedlung Dumbiedykes beim Palace Of Holyroodhouse wurde in den 1960ern sozusagen aufgegeben. Die meisten Leute zog es nach Craigmillar oder The Inch. Die Universität benötigte neue Gebäude, was zu ziemlich frevelhaften Eingriffen in der Altstadt führte. Die Wohngebiete am George Square mussten dafür aufgegeben werden, die alte Siedlung Potterrow wurde im Zuge der Universitätsneubauten komplett zerstört. Es war in Edinburgh so wie in vielen anderen Städten auch: man wollte Neues und kümmerte sich nicht um alte Strukturen. Erst in den späten 1960ern wurden die Mahnungen von Kritikern, welche die Zerstörung des alten Charakters der Stadt bemängelten, gehört und man mäßigte den zügellosen Bauwahn.

Zumindest dachte man nun etwas mehr nach und baute dort, wo es nötiger war. Der neue Finanzdistrikt etwa wurde auf ohnehin nicht mehr benötigtem alten Bahngelände westlich des Schlosses gebaut. Das Finanzviertel zieht sich bis nach Fountainbridge, was der Gegend dort wiederum gut getan hat. Dass man dem Finanzsektor soviel Raum gab, hat außerdem für die Ökonomie etwas Gutes gehabt: Edinburgh war schon zuvor ein wichtiger Finanzplatz, die Stadt konnte sich aber im Verlauf der letzten Jahrzehnte nach London zum zweiten großen Finanzplatz in Großbritannien und zu einem der wichtigen Finanzplätze Europas etablieren.

Auch bezüglich der Entwicklung des Edinburgh Park bewies man überraschend viel Geschick. Der Business- und Technologiepark westlich außerhalb der City wurde ein guter Erfolg. Sogar politisch spielte die Zeit Edinburgh in die Karten. Mit dem Scotland Act von 1998 wurde die Wiedereinsetzung des Schottischen Parlaments bzw. einer Art schottischen Regierung beschlossen und beide Institutionen kamen in die Hauptstadt zurück (genauer in den spektakulären Neubau gegenüber des Palace Of Holyroodhouse). Ein Schwerpunkt der Stadtentwicklung wird in nächster Zukunft sicherlich die Verkehrsführung der Stadt sein. Die Ringumgehung verbesserte die Situation zwar, die Straßen in der City sind aber zu den Stoßzeiten enorm voll. Man verspricht sich mit der Realisierung der Tram in die Stadt (wahrscheinlich 2014) ein deutliche Entlastung der klassischen Problemstraßen, eine andiskutierte City-Maut wurde von den Bürgern ziemlich einstimmig abgelehnt..

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